29.02.2016

Zu viel Apple ist nicht gesund.

Blogbeitrag von Cristian Gemmato
Zu viel Apple ist nicht gesund.
Lange ist es her. Sehr lange ist es her, dass ich hier einen Beitrag geschrieben habe. Aus gutem Grund. Mein Gemüt hatte sich beruhigt. Die Notwendigkeit mich schriftlich abzureagieren war dramatisch gesunken. Zum Wohle meines Karmas. Und zum Wohle meines Umfeldes. Krank hat man mich vorher genannt. Krank aber auch nachher. Weil ich so ruhig geworden sei.

Seit gestern aber quält mich der Wille, wieder einmal schriftlich zu kommunizieren. Mich mitzuteilen. Meinen Prozess der Mäßigung für kurze Zeit zu unterbrechen. Aus gutem Grund.

Es sind oft Millimeter und Millisekunden, die über Glück und Unglück entscheiden. So wie vergangenen Sonntag. Ich lade mein iPhone am MacBook. Nach erfolgtem Ladevorgang nehme ich mein Handy zu mir und schließe den Laptop. Genau in diesem Augenblick meint es das Schicksal nicht gut mir mir. Es legt den Lightning Anschluss zwischen Retina Display und Tastatur. Genau in jene Position, die beim Schließen des Deckels den größtmöglichen Schaden anrichtet. Millimeterarbeit. Es macht "klick". Einfach nur "klick". Leise. Unscheinbar. Folgeschwer. Die Auswirkungen merke ich noch nicht. Erst nach erfolgtem Stuhlgang, als ich mich wieder an den Computer setze. Das Retina Display ist hin. Dahin. Schwarze Streifen am rechten Rand. Aus einem 15,4" Bildschirm ist ein kaum 11" großes Display geworden. Ich bleibe erstaunlicherweise ruhig. Meine Gedanken drehen sich in diesem Moment sofort um ein neues MacBook und die Möglichkeit dieses zu finanzieren. Eine Reparatur schließe ich gleich mal aus. Ich ahne genau richtig. Das würde eine teure Angelegenheit werden.

Den Sonntag verbringe ich mit mir mitleidend. Ich versuche krampfhaft was Positives an der Sache zu erkennen. Finde diesesn postiven Strohhalm letztendlich im Aufräumen meines Bildschirmes. Knapp ein viertel meines Chaos waren ja hinter einer schwarzen Kristallwand verschwunden. Gegoogelt habe ich auch. Die Kosten für ein neues Retina Display. Mir war dann schlecht. Sehr schlecht.

Montag morgen kommt mir in den Sinn, meine Versicherung zu kontaktieren. Ich hatte mal eine Versicherung, welche solche Schäden abgedeckt hätte. Diese Versicherung hatte mich damals gekündigt, da ich solche Schäden auch öfters abgedeckt bekommen habe. Die neue Versicherung? Keine Ahnung. Eigentlich wollte ich dieselbe Polizze. Das sagte ich damals meinem Versicherungsvertreter. Im Kopf lukrierte ich zwischenzeitlich zusätzliche Umsätze. Der Schaden musste ja auch gedeckt werden.

Glück im Unglück. Die Versicherung zahlt. Ich brauche nur einen Kostenvoranschlag. Den versuche ich zuerst bei McShark zu bekommen. "In fünf Tagen können wir Ihnen das Angebot zuschicken." Verdutzt frage ich nach, warum das so lange dauern würde. "Das ist bei Apple so. Ich muss das Gerät zu einem Techniker bringen. Der schaut sich das Gerät. Dann bekommen Sie Angebot und Gerät. Fünf Tage ohne Laptop? Ich verabschiede mich wieder. Samt beschädigtem Gerät. Wegen meines Karmas nur leicht fluchend.


Mein nächster Weg bringt mich zu mymac.  € 1.040,- inkl. Ust steht dort am ausgedruckten Angebot, welches ich gleich meiner Versicherung weiterleiten. Ich darf den Laden mit meinem MacBook wieder verlassen. Nach dem OK der Versicherung, darf ich zwei Tage später den Laden wieder betreten. Um das Ersatz Display zu bestellen, benötigt mymac mein Gerät nochmals. Eine Dame verschwindet mit meinem Laptop im Hinterzimmer. Nach ca. 15 Minuten kommt sie retour. Ob mir ein Feuchtigkeitsschaden bekannt ist, denn der Laptop schwitzt. Man müssen ihn länger als die vorangeschlagten 1 1/2 Stunden untersuchen. Weil es ja eh ein Versicherungsfall ist. Mehr sage ich nicht dazu. Ich bitte das Display zu bestellen. Ich darf den Laden mit meinem Laptop wieder verlassen.

Nach zwei Tagen darf ich dann wieder hin. Das Display ist da. Ich überlasse mymac den Laptop. Zwei Stunden wird die Reparatur schon brauchen. In der Zwischenzeit mache ich es mir in einem Kaffeehaus gemütlich. Mit Bleistift und Zettel. Wie in alten Zeiten. Fast genau zwei Stunden später der Anruf. Laptop ist fertig.

Ich will das reparierte Gerät übernehmen. Doch ich darf nicht. Ich muss zuerst bezahlen. Bezahlen? € 1.040,-? Ich habe doch erwähnt, dass es ein Versicherungsfall ist. Rechnung bitte an die Versicherung. Das geht nicht. Warum nicht? Weil das nicht geht. Ich telefoniere mit der Versicherung. Nach langer Verhandlung - es ist ok, wenn ich zuerst zahle und dann die Rechnung an die Versicherung weiterleite. Ich begleiche die Rechnung und darf den Laden mit dem Gerät verlassen.

Wenige Minuten später betrete ich den Laden nochmals. Ich benötige das defekte Display. Besser gesagt, die Versicherung benötigt das Teil. Das geht nicht. Warum nicht? Weil, das nicht geht. Der Preis, den ich bekommen habe ist vorbehaltlich, dass das defekte Display an Apple zurückgeschickt wird. Stand im Kleingedruckten. Aber wer ließt das schon. Ich telefoniere mit der Versicherung. Nach langer Verhandlung - es ist ok, wenn ich das defekte Teil nicht an die Versicherung retourniere. Ich verabschiede mich und darf den Laden mit dem Gerät verlassen.

Ich gehe zum Auto und denke mir, zu viel Apple ist nicht gesund. Aber es gibt Schlimmeres.

Cristian Gemmato

Kommentare:

  1. MacShark sind eine Katastrophe, das hätt ich Dir sagen können. Als sich damals das Kabel meines Netzadapters aufgelöst hat, hat mich der Mitarbeiter offen verdächtigt, es absichtlich ruiniert zu haben. Bei MyMac war ich bis dato höchst zufrieden.

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  2. Uff. Spannung bis zur letzten Sekunde. Ich habe diesen Bericht wie gebannt verfolgt - unter anderem, weil mir mit meinem HP-Windows-Rechner ein ähnliches Malheur passiert ist (allerdings kostete die Reparatur weniger als 200 Euro bei einem versierten Fachmann in Wien XIV. Kontaktdaten auf Anfrage)

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