05.05.2015

Social Media Marketing. Intuitiv das Richtige tun.

Vom Namen zur Marke.
Es gibt sie. Die Social Media Experten. Überall. Vor allem bei Kongressen. Meist stehen sie auf der Bühne. Key Note Speaker. Über den Dingen. Sie reden. Über dies und über das. Über was alles möglich ist. Über Erfolge anderer. Über best practice Beispiele. Ganz ober auf der Herzeigliste das Video von Volvo und Van Damme. Sie reden. Und der Rest hört zu. Was ist Social Media. Was kann Social Media. Immer noch die Hauptthemen. Wobei das buzzword Content Marketing da ganz schön aufholt. Kommunikation und Marketing im Wandel. Wer nicht digital ist, der existiert nicht. Täglich neue Tools machen das Ganze nicht einfacher. Der komplette Überblick ist unmöglich. Social Media Fort- und Weiterbildung als Fulltime-Job. Operatives arbeiten kaum mehr machbar. Es fehlt die Zeit und es fehlen die Budgets.

Es gibt sie. Die Social Media Experten. Und es gibt die Ahnungslosen. Die Spätberufenen. So wie ich. Ein Marketer der alten Schule. Mit Hausverstand. Durch Zufall in dieses Social Media gelandet. Neugierig und aufgeschlossen. Mit einer intuitiven Herangehensweise. Fasziniert von der Möglichkeit Marken auch in der digitalen Welt aufzubauen und zu führen. Was für eine geniale Spielwiese. Ein Übungsplatz. Ein Versuchlabor. Mit den Grundzügen des Marketings aus der Ära Kottler ausgestattet bin ich "damals auch" ins kalte Social Media Wasser gesprungen. Positionieren. Differenzieren. Inszenieren. Das hatte ich gelernt. Am Institut für Markentechnik im Genf.

Ich im Social Media. Inmitten von vielen anderen. Experten. Profis. Wohin sollte ich mein Ei legen um dann laut zu gackern? Für die Wahrnehmung versteht sich. Was sonst.  Also habe ich zuerst einen Schwerpunkt gesucht. Positionieren. Ich brauchte ein Thema, über das ich schreiben kann. Ein Thema das relevant sein könnte. Schnell war ich auf das Rennrad fokussiert. Meine Leidenschaft. Mein Blog war mit wenigen Handgriffen Online. dieKetterechts.com als zentrales Medium meiner Aktivitäten. Dann noch die Social Media Kanäle Facebook und Twitter. Instagram und Vimeo oben drauf. Für alles andere fehlte die Muse und die Zeit. Aber es fehlte nicht an der Begeisterung. Mein Thema mit Geschichten zu füllen. Schön langsam wuchs meine Community. Differenzieren. Live Berichte von meinen Rennradreisen mit quaeldich.de, von meinem Ironman für Stiegl, von meine Leidensgeschichten und Hoppalas am Rennrad und in Laufschuhen und unterhaltsame Meme haben wohl den Nerv meiner Leser getroffen. Inszenieren. Da und dort auch immer wieder etwas sticheln. Zwecks der Interaktion und der Einbindung der Community. Alein reden macht keinen Spass.

Natürlich könnte ich jetzt alles aus fachlicher Sicht analysieren. Monitoring und so weiter. Wer die Zahl hat, hat die Qual. Aber Zahlen interessieren mich weniger. Bin ja kein Mathematiker. Die Welt der Marken interessiert mich viel mehr. Branding. Digital. Eh schon wissen. Wer nicht digital ist, der existiert nicht. Zumindest nicht auf Google. Wegen der Suchmaschinensachen. Mit meiner ketterechts bin ich jetzt auf Google. Sogar bei Suchbegriffen Stiegl Sportweisse, Ironman Austria, quaeldich.de oder auch Rennradfahren Kärnten. Nur weil ich von mir und dem was ich mache erzählt habe. Und wie es aussieht nicht ganz verkehrt. Quasi die blinde Henne, welche ihr Korn gefunden hat. Sprichwörtlich und real.

Mein Markenaufbau im Internet. Mit all dem was mir zur Verfügung steht. Zeitlich gesehen. Weniger theoretisch. Praktisch. Intuitiv. Meine Marke bin ich und meine Marke ist dieketterechts. Status quo. Über 156.000 Blog-Seitenaufrufe. 2.860 Fans auf Facebook. Mit hoher Interaktion. Eine starke Wiedererkennung im "realen" Leben.  Eine eigene Radtrikot Serie. Über 300 Teile davon verkauft. Alles ohne Social Media Ausbildung. Autodidaktisch. Umgesetzt. Ahnungslos. Markenbildung. Jene der alten Schule.





Mein Hobby als best practice Beispiel? Nein. Viel zu früh. Viel zu unspektakulär. Da sind Volvo und Van Damme viel besser. Namhafter. Herzeigbarer. Und analysierbarer. Von den vielen Social Media Experten. Jene von oben. Die auf den Bühnen. Key Note Speaker. Das verkauft sich besser. "Denken Sie wie Volvo" klingt anders als "denken Sie wie dieKetterechts."


Meine Kennzahlen würden aber für sich sprechen. In Relation. Logisch. Vor allem die organische Reichweite. Jene Reichweite, welche laut den Experten bei Facebook schwer zu steuern ist. Facebook will Geld. Facebook will verdienen. Facebook hat uns in der Hand. Fragt die Social Media Experten. Die wissen das sicher.

Ich denke, ich mache da was halbwegs richtig. Obwohl ich jetzt nicht auf den Zeitpunkt meiner Postings schaue. Vormittags, nachmittags, abends, tief abends, früh morgens. Wann ich Lust habe, schreibe ich. Die Häufigkeit ändere ich auch immer wieder. Mal lass ich auf mich warten, mal spame ich wieder Timelines voll. Experten würde mich dafür wohl rügen und mir die perfekte Posting-Formel verraten.

Redaktionsplan? Fehlanzeige. Gespür lenkt mich. Tagesaktuelles oder allgemein interessantes. Immer mit Bezug zum Thema Rennrad, Laufen und manchmal auch Schwimmen. In Summe Triathlon genannt. Unterhaltung. Meine Content Strategie. Zielgruppenrelevante Unterhaltung. Sofern man das so nennen kann. Nicht nur Online. Man trifft sich ja zwei Mal im Leben. Im Web und außerhalb. So soll es sein. Das ist das Faszinierende. Meine Community ist real.

Ich bin zwar ein kleiner Fisch. Aber jeder große Fisch war einmal klein. Mal sehen, was diese Spielwiese noch alles für Überraschungen parat hat und mal sehen, was ich von den Social Media Experten noch alles lernen kann. Denn anhören tue ich mir ihr Gequatsche auch. Logisch. Dafür sind sie ja da. Umsetzen kann ich ja sowieso nicht alles. Nur das, was meine Intuition für gut empfindet.

Cristian Gemmato
www.dieketterechts.com
www.gemmato.com


1 Kommentar:

  1. Schön geschrieben. Und du hast vollkommen recht, man kann auch ohne viel Voodoo und Bramborium in den sozialen Medien erfolgreich sein. Wobei "Erfolg" in diesem Bereich ja jeder anders bewertet ;)

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