31.01.2015

Die Facebook Spione in meinem Browser.

Facebook hat seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert. Ab sofort wird über meinen Browser mein Surfverhalten ausspioniert. Deshalb habe ich seit gestern 00:00 Uhr zwei Mitarbeiter von Facebook bei mir im Browser sitzen. Ausgestattet mit Stirnlampe, Lupe, Bleistift und Block wollen sie alles aufzeichnen, was ich so am Tag im Internet treibe und vertreibe. Ein weiterer Facebook Mitarbeiter sitzt in meinem Handy drinnen. Nur einer. Hier ist der Platz ja etwas beschränkt. Dieser Mitarbeiter hat sogar eine Landkarte bei sich. Einen Weltatlas. Damit er auch die Locations festhalten kann. Jene die ich besuche und nicht über Swarm angebe.

Eigentlich ist das ja nichts Neues. Denn in meinem Browser sitzen ja bereits zwei Google Mitarbeiter. Und das schon seit Jahren. Mit dem Unterschied, dass diese im Firefox sitzen, während die Facebook Spione bei mir im Safari ihre Zelte aufgeschlagen haben. Ja, weil ich seit gestern für Facebook einen eigenen Browser benutze. Ich habe das irgendwo aufgeschnappt. Dass man das so machen kann und soll. Um Spuren nicht so leichtfertig nachvollziehbar zu machen.

Mein Laptop hat somit insgesamt vier Untermieter. Möglicherweise auch mehr - denn das Netz ist ja voller Kakerlaken, von denen ich nichts weiß. Bis jetzt waren sie auch unauffällig. Die zwei Facbooker. Bis auf ein paar Anfragen. Sie wollten was zu trinken haben. Und Hunger hatten Sie auch. Zu Zeiten, an denen ich noch geschlafen habe. Die Zeitumstellung. Die sind ja gute 8 Stunden hinten. Ich musste also sehr früh aufstehen, um ihnen einen Kaffee zu machen. Dieser war Ihnen dann zu stark. Ich sagte, dass es üblich sei bei mir Espresso zu trinken. Kurz und stark. Doch die meinten, dass man bei Facebook eigentlich Kaffeewasser trinken würde (müssen). So habe ich dann nochmals Kaffee gemacht. Mit doppelt Wasser und die Hälfte Pulver. Der hat dann geschmeckt. Ein paar Stunden später wurde ich gefragt, ob ich Cola und Chips hätte. Woher denn? Ich bin ja Sportler. Also ab zur Tanke, Cola und Chips kaufen. Habe gleich Zigaretten mitgenommen. Man weiß ja nie. Eigentlich bin ich militanter Nichtraucher. Aber bevor die zwei zu raunzen beginnen sollten, erlaube ich es ihnen. Wird hoffentlich im Alugehäuse meines MacBooks bleiben, der Rauch. Und siehe da. Sie haben nach einer Tschick verlangt. Zuerst habe ich abgelehnt und ihnen mein striktes Rauchverbot auftischen wollen. Dann hat einer angefangen mit dem Bleistift auf mein Logicboard zu tippen, dass mein ganzes iOS System angefangen hat zu wackeln. Das hat mich derart gestört, dass ich die Zigarette erlaubt habe. Zehn Minuten Später war meine ganze Wohnung eine Qualmhöhle. Das Alugehäuse ist mehr als nur undicht.

Derzeit schlafen die beiden. Der Jetlag macht ihnen etwas zu schaffen. Auch wenn ständig bei denen das Telefon läutet, schlummern sie. Ist wohl der Herr Zuckerberg oder einer seiner Assistenten. Oder ein Weckdienst. Keine Ahnung, was die bei Facebook so alles für Sonderleistungen haben. Ich muss erst sehen, wie sich das mit den zwei entwickelt. Die Google Typen habe ich ja brav im Griff. Immer wieder gebe ich Ihnen ein paar Fährten. Damit sie arbeiten können. Meinen Spuren folgen können. Von Porno bis hin zu christlichen Inhalten. Ich verspure alles. Damit sich die Arbeit der beiden lohnt. Logisch ist das alles nicht.

Was mich etwas irritiert ist die Tatsache, dass durch die 2+2 Mitbewohner in meinem Browsern diese jetzt noch mehr an Geschwindigkeit eingebüßt haben. Zuerst wollte ich A1 wieder die Schuld geben. Aber dann habe ich zugesehen, wie die Facebook Spione jedes Bit sich anschauen und einer Leibesvisite unterziehen. Typisch Ami halt. Mit Scanner, Bodyscanner, Durchleuchtung. Die Bits müssen sogar ihre Schuhe ausziehen. Ihre Gürtel ablegen. Logisch, dass sich da alles staut. Das frustriert. Nicht nur mich. Auch die Bits sind es.

Die Facebook Spione in meinem Browser muss ich loswerden. Ich werde mal an den Privatsphäre Einstellungen tüfteln. Vielleicht gelingt es mir, so für die beiden ein Ticket zurück nach Amerika zu bekommen.

Ich werde darüber berichten.
Cristian G.

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